Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR)

Das folgende ist einen gekürzte Version der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, wie sie von der Generalversammlung der Vereinten Nationen 1948 beschlossen wurde.

Obwohl die Erklärung, die eine weitreichende Reihe an Rechten umfasst, kein rechtsverbindliches Dokument ist, hat sie zu mehr als 60 Menschenrechts-Dokumenten inspiriert, die zusammen einen Internationalen Standard der Menschenrechte bilden. Diese Dokumente umfassen den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, die beide rechtsverbindliche Verträge sind. Zusammen mit der Erklärung bilden Sie die "International Bill of Rights" (Internationales Gesetz der Rechte).

  1. Wir alle sind von Geburt an frei und gleich an Rechten. Wir alle sind frei geboren. Alle Menschen sind mit Vernunft und Gewissen begabt.
  2. Niemand darf grundlos unterschiedlich behandelt werden. Wir alle haben ein Recht auf Gleichbehandlung. Die Rechte in dieser Erklärung gelten für alle Menschen, wie auch immer sie sich nach Sprache, Aussehen, Hautfarbe oder Religion unterscheiden mögen.
  3. Alle Menschen haben ein Recht auf Leben. Wir alle haben ein Recht auf Leben und ein Recht, in Freiheit und in Sicherheit zu leben.
  4. Sklaverei ist verboten. Niemand hat das Recht, uns zu versklaven. Wir dürfen andere nicht zu unseren Sklaven machen.
  5. Niemand darf gefoltert werden. Niemand hat irgendein Recht, uns grausam zu behandeln oder zu foltern.
  6. Wir alle haben das gleiche Recht, die Gesetze zu benutzen. Die Gesetze sind für alle da.
  7. Wir alle werden durch die Gesetze geschützt. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Es muss jeden gerecht behandeln.
  8. Faire Behandlung durch unparteiische Gerichte. Wir alle können die Gerichte um Hilfe anrufen, wenn wir nicht gerecht behandelt werden.
  9. Keine ungerechte Inhaftierung. Niemand hat das Recht, jemanden ohne guten Grund einzusperren, in Haft zu halten oder des Landes zu verweisen.
  10. Das Recht auf eine öffentliche Verhandlung. Wenn man einer Straftat angeklagt wird, dann soll das öffentlich geschehen, vor einem unabhängigen Gericht.
  11. Unschuldig bis zum Beweis der Schuld. Niemand darf als schuldig bezeichnet werden, bis seine Schuld bewiesen ist. Wenn jemand behauptet, wir hätten etwas Ungesetzliches getan, haben wir das Recht, das Gegenteil zu beweisen.
  12. Das Recht auf Privatleben. Niemand darf unseren guten Namen in den Schmutz ziehen. Niemand darf ohne Erlaubnis oder guten Grund in unsere Wohnung kommen oder unsere Briefe öffnen oder uns und unsere Familie belästigen.
  13. Das Recht, sich frei zu bewegen. Wir alle haben das Recht, in unserem Land zu leben, wo wir wollen und dorthin zu reisen, wohin wir wollen.
  14. Das Recht auf Asyl*. Wenn wir fürchten, in unserem eigenen Land schlecht behandelt zu werden, haben wir das Recht, in ein anderes Land zu flüchten, in dem wir sicher sind.    *Asyl = Zufluchtsort (für Verfolgte)
  15. Das Recht auf eine Nationalität. Wir alle haben das Recht, zu einem Land zu gehören.
  16. Heirat und Familie. Jeder Erwachsene hat das Recht zu heiraten und eine Familie zu gründen, wenn er möchte. Mann und Frau haben in der Ehe und auch bei deren Auflösung die gleichen Rechte.
  17. Unser Eigentum. Jeder hat das Recht, etwas zu besitzen oder es mit anderen zu teilen. Niemand darf uns ohne guten Grund Dinge wegnehmen.
  18. Gewissens- und Glaubensfreiheit. Wir alle haben das Recht zu glauben, was wir wollen. Jeder darf seine Religion frei wählen oder sie wechseln.
  19. Meinungs- und Redefreiheit. Wir alle dürfen uns unsere eigene Meinung bilden und denken, was wir wollen. Und wir dürfen sagen, was wir denken und uns mit anderen über unsere Ideen unterhalten.
  20. Das Recht, sich überall zu treffen und zu versammeln. Jeder hat das Recht, sich mit Freunden zu treffen und Vereinigungen zu gründen. Menschen dürfen friedlich zusammenarbeiten, um ihre Rechte zu verteidigen. Aber niemand kann uns zwingen, einer Gruppe beizutreten, wenn wir das nicht möchten.
  21. Das Recht auf Demokratie. Wir alle haben das Recht, an der Regierung unseres Landes mitzuarbeiten. Jeder Erwachsene hat das Recht, seine Politiker selbst zu wählen.
  22. Das Recht auf soziale Sicherheit. Wir alle haben das Recht auf soziale Sicherheit. Das schließt eine bezahlbare Wohnung ebenso ein wie Jugendfürsorge und ein bezahlbares Gesundheitswesen.
  23. Das Recht auf Arbeit. Jeder Erwachsene hat das Recht auf Arbeit sowie auf gerechten und gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Und er hat das Recht, einer Gewerkschaft beizutreten.
  24. Das Recht zu spielen. Wir alle haben das Recht auf Freizeit und Erholung.
  25. Das Recht auf ein Bett und etwas zu essen. Wir alle haben das Recht auf einen menschenwürdigen Lebensstandard, auch wenn wir kein Geld mehr verdienen können. Das schließt Unterkunft, Nahrung, Kleidung und ärztliche Versorgung ein. Vor allem Mütter und Kinder und Menschen, die alt, arbeitslos oder behindert sind, haben ein Recht darauf, dass man sich um sie kümmert.
  26. Das Recht auf Bildung. Bildung ist ein Recht. Grundlegende Bildung (wie in der Grundschule) darf kein Geld kosten. Eltern können vorrangig bestimmen, was Kinder lernen sollen. Bildung muss die Achtung vor den Menschenrechten stärken und zu Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen den Nationen und unter den Menschen beitragen. Sie soll die Tätigkeit der Vereinten Nationen für den Frieden fördern.
  27. Kultur und Urheberrecht. Das Urheberrecht ist ein spezielles Gesetz, damit die eigenen künstlerischen Kreationen und schriftstellerischen Arbeiten von anderen nicht ohne Erlaubnis kopiert oder genutzt werden können. Wir alle haben das Recht, selbst künstlerisch tätig zu werden oder uns einfach nur an Kunst und Wissenschaft zu erfreuen, wie beispielsweise bei einem Kino-, Konzert- oder Museumsbesuch.
  28. Eine freie und gerechte Welt. Jeder hat das Recht auf eine Gesellschaft und auf eine Welt, in der die Menschen- und Freiheitsrechte verwirklicht werden können.
  29. Unsere Verantwortung. Wir alle haben auch Pflichten gegenüber anderen Menschen. Wir sollten deren Rechte und Freiheiten schützen.
  30. Niemand kann uns diese Rechte und Freiheiten wegnehmen.